Wenn man dieses Jahr
durch die vorweihnachtlichen Straßen wandert, die Weihnachtsmärkte mit ihrem
romantischen Zauber besucht oder einfach an den Adventssonntagen in den reichlich
besuchten Gottesdiensten weilt, stellt man mit Bedauern fest, daß sich dieses Jahr
einfach kein richtiges Weihnachtsgefühl einstellt. Die Menschen sind gehetzt,
verunsichert und gequält. Nicht nur der Einzelhandel leidet an der offensichtlichen
Weihnachtsmüdigkeit. Es will einfach keine rechte christliche Freude und Glückseligkeit
aufkommen. Zu viele schreckliche Meldungen aus aller Welt und direkt vor der Tür,
zerstören jeden noch so gut gemeinten Willen ein richtig schönes, friedliches und
besinnungsvolles Weihnachtsfest mit einem netten Essen, ein paar kleinen Aufmerksamkeiten
und dergleichen mehr vorzubereiten.
Der gehetzte Christ sieht sich in diesem Jahr einem richtigen
Psychoterror ausgesetzt der ihm jede Lust an Weihnachtlichkeit nimmt. Da soll man an die
vielen hungernden und verstümmelten Kindern, Frauen und Männer in Bosnien denken, die
gerade jetzt (boshafterweise) wieder besonderen Martyrien ausgesetzt sind. Man hört
Schreckensmeldungen über Gewalt an Kindern, über Gewalt von Kindern, über Gewalt links
und rechts von uns. Und wenn es keine Gewalt ist, dann ist überall Armut;
Arbeitslosigkeit, zerstörte Familien, verkommene Werte, Verfolgung und Haß Jedem und
Allen gegenüber. Man muß sich anhören, daß jede dritte Ehe geschieden wird, daß
Scheidungswaisen diese und jenen psychische Probleme haben, daß wieder Obdachlose
erfrieren werden, daß Leute gegen Altersheime klagen, daß Sozialprogramme gestrichen und
Beratungsstellen geschlossen werden. Man wirft uns Unmenschlichkeit vor weil wir
hunderttausende Menschen in Kriegsgebiete abschieben, weil wir keine Penner in unseren
Parks dulden wollen, weil wir Alkoholiker und Drogenkranke ächten, weil wir Behinderte
schneiden und verachten, Kinder und Alte am liebsten in Kasernen einpferchen würden, weil
wir Tiere quälen und vergiften.
Man geht allen ernstes soweit, daß man uns vorwirft wir wären gar
keine richtigen Christen mehr und wir hätten es daher gar nicht verdient Weihnachten zu
feiern. Es wird gar behauptet, daß viele von uns weder an Gott glauben noch jemals die
Bibel gelesen hätten, daß unsere Kinder nicht im christlichen Glauben sondern im
Konsumglauben erzogen würden. Das Ich wäre wichtiger als das Wir. Der Eigennutz heiliger
als die Gemeinschaft. Böse Zungen sagen, das moderne Weihnachtsfest wäre ein
symbolischer Tanz um ein goldenes Kalb zu Ehren der satanischen Kräfte und wir Christen
seien ein in die Irre geführtes verlorenes Volk.
Meine lieben Mitchristen gebt nicht auf. Wir werden es diesen
Miesmachern zeigen. Sie sollen sehen wie am Weihnachtsabend die Kirchen überquellen, wie
sich die glänzend verpackten Herzensgaben vor den festlich geschmückten
Weihnachtsbäumen türmen. Wie wir alle mit Fröhlichkeit und Liebe im Herzen unseren
Mitmenschen die Türe öffnen und heilige Lieder singen. Unsere Kinder werden lustige
Gedichte vortragen, wir werden ergriffen zuhören und alle werden spüren, daß wieder
etwas Großes passiert ist. Das unser Herr Jesus Christ zu uns auf die Erde gekommen ist
um mit uns das Fest zu feiern, welches wir schließlich nur ihm zu Ehren und sonst ohne
jeden Hintergedanken feiern. Wieder werden Wir ein Stückchen menschlicher und die Welt
ein klein wenig besser sein.
Mitchristen gebt nicht auf, den es lohnt sich für dieses Ziel zu
feiern. Amen!
Alexander Maischein, Sandtorferweg 99, 68623 Lampertheim
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