Worte eines Fremden

alexander maischein

Ein Fremder bin ich geworden.

Fremd in der Heimat, fremd in der Gesellschaft, fremd in mir selbst.

Und in dieser Fremdheit habe ich erkannt, daß die Macht, welche von dem Wort ausgehen soll eine Illusion ist, denn das Wort ist nichts weiteres als die Mannifestation meiner fremdheit.

Gesprochen entschwindet das Wort im Raum - ob gehört oder nicht gehört - ob einer mir gegenüberstand oder ob ich vor Millionen gesprochen habe - das Wort verschwindet und wird nichtig in dem Moment indem es gesprochen wird.

Soll ich es schreiben? Soll ich es auf Papier bannen, es vervielfältigen, es dem einem Menschen geben für den es bestimmt ist oder es jedem in die Hand drücken, sie alle zwingen stetig daraufzublicken, es zu lesen, es auswendigzulernen?

Was für einen Sinn hat dies wenn das Wort fremd ist. A stranger in a strange world.

Nein, daß Wort hat keine Macht die Fremdheit zu vertreiben und das Wort kann auch nicht Vermittler sein, der Agent der Verträge aufsetzt, der Therapeut der sich in die Seelen schleicht.

Das Wort hat seine Aufgabe verloren wenn man fremd geworden ist. So wie man selbst auf dem Podest steht, angestarrt wird wie ein gefährliches Tier, wie ein Irrer oder einfach nur wie ein jämmerlicher Haufen Elend, so ist auch nur das Wort welches von diesem Podest hinuntergeworfen wird, die Erklärung, Die Bitte, das Flehen oder der Zorn nur ein Produkt der Fremdheit und wird wie diese angestarrt.

Wenn man fremd geworden ist dann hat man den stetigen Kampf mit der Realität verloren. Der Fremde muß sich ändern, der Fremde ist allein und der Fremde ist falsch. So wie er ist - einfach zuviel.

 

Aber was ist zu tun wenn man sich selbst ist, wenn man eine Identität hat, wenn man glaubt sich zu kennen und wenn man dann feststellt, daß man in irgendein teuflisches Spiel die Rolle des Fremden zugewiesen bekommen hat? Soll man sich dann anpassen, sich ändern, nicht mehr das sein was man zu sein glaubt.

Keine Identität!

Ich bin fremd geworden und ich weiß nicht was zu tun ist. Ich habe weder für mich eine Lösung noch eine für andere Menschen. Ich weiß nur eines : das Wort des Fremden wird nicht gehört werden solange der Fremde fremd ist.